VERBAND  DEUTSCHSPRACHIGER  SCHRIFTSTELLER  IN  ISRAEL
hebr: AGUDAT  HASSOFRIM  BE  SSAFAH  HA  GERMANIT  BE  ISRAEL



Verbandsemblem »
gestaltet von
Benno Fruchtmann
Tel Aviv 1989

...nannte sich der Zusammenschluss einer kleinen Gruppe Einwanderer in Israel, die aus deutschsprachigen Gebieten stammten und sich bereits in der „alten Heimat“ einer „federführenden Berufung“ hingegeben hatten. Aus ihren Geburtsländern konnten sie meistens nicht mehr als die Muttersprache mitnehmen, die ihnen aber unter den neuen Umständen in keiner Weise dienlich war. Die neue Sprache erwies sich als Knotenpunkt für das zukünftige Dasein. Der Spaten eines Handwerkers ist der gleiche in Europa wie im Orient, doch das Wort, das sich verändert, kann sich derart verkapseln, dass es den darum Ringenden ganz zum Verstummen bringt. Eine Tatsache, die schließlich und endlich dazu führte, sich durch das gemeinsame Erleben des Verstummen-müssens mit Gleichgelagerten kurz zu schließen und eine zusammenhaltende Verbindung zu entwickeln.

Also gründete am 24. März 1975 der am 29. April 1908 in Mährisch-Ostrau geborene Journalist und Schriftsteller Meir Marcel Faerber den Verband.
Die näheren Umstände hat Faerber, der zum ersten Verbandspräsidenten gewählt wurde und dieses Amt bis zu seinem Tode am 18. August 1993 bekleidete, im Vorwort der Anthologie „Stimmen aus Israel“ (Bleicher-Verlag, Gerlingen 1979) erläutert.

Bereits 1979 war es ihm gelungen, sich mit seinem Verband dem hebräischen wie auch dem deutschen Dachverband anzuschließen. Aus den 102 von ihm an seine Kollegen versandten Rundschreiben lässt sich deutlich der positiv vorangetriebene Fortgang ablesen. Er unterrichtet damit über alle Tätig- und Betriebsamkeiten im Verbandsleben.

Als zweite Verbandspräsidentin wirkte Prof. Margarita Pazi vier Jahre bis 1997. Sie verstarb 77jährig in Tel Aviv. Nach ihrem Tod übernahm der 1929 in Czernowitz geborene Josef Norbert Rudel bis dato das Amt bis zur Verbandsauflösung im März 2005.

Im Verlauf der Jahre sind dem Verband 93 Literaten beigetreten, wobei auch die insgesamt sechs korrespondierenden Mitglieder und das Ehrenmitglied, Verleger Heinz Bleicher, verstorben im März 2005, berücksichtigt sind. Durch Todesfälle, Austritt oder Ausschließungen blieb jedoch die Zahl der jeweils unmittelbar dem Verband angehörenden Autoren fast stets konstant bei 30 bis 40 Mitgliedern.

Aufgrund der altersmäßig bedingten Aktivitätseinschränkungen sowie Kapazitätseinbuße, denn einen natürlichen Nachwuchs der deutschsprachigen Schriftsteller in Israel gibt es nicht, war der Verband seit Januar 2003 nur noch als ein loser Zusammenschluß – ohne Rechte und Pflichten einer offiziellen Vereinigung – zu betrachten.

Parallel dazu wurde von Dr. hc. Tilly Boesche- Zacharow die Herausgabe einer Dokumentation unter dem Titel "Nicht das letzte Wort" vorbereitet, welche die vollzähligen 125 Rundbriefe sowie die Vorstellung sämtlicher dem Verband angehörenden Mitglieder mit Daten zu Vita und Werk sowie jeweilig Arbeitsproben beinhaltet.

"… die erste vollständige Herausgabe und Zusammenfassung aller Fakten über Entstehung, Entwicklung, Stagnierung und Beendigung des VdSI, … eine sich für themenbezogene Studien vorzüglich eignende Dokumentation, auf die öffentlich genutzte Archive und Bibliotheken nur hingewiesen werden können,… Es werden die Autoren liebevoll der Erinnerung anempfohlen und bewahrt unter dem Motto:"Tragt die weiter, die es selber nicht mehr können…!" (Paola Keren, Berlin)

 

Eine weitere Seite zum Verband:
culturitalia.uibk.ac.at




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