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Klaas KlaasenSchriftsteller, Performancer, Ideenfinder Geboren am 2. April 1955 in Mainz/Rh. lebte er aus familiären Gründen in einem Kinderheim, aus dem er mehrmals ausbrach. Sechs Jahre verbrachte er bis zur Volljährigkeit auf der Straße. Z.Zt. wohnhaft in der Schweiz berichtet er selbst über seine Lebensdaten: Seit 1973 mit gerade achtzehn Jahren reichte ich den Popstars der 1970er (wie James Brown, den Scorpions, Dieter Hallervorden , Klaus Doldinger etc.)den Schnuller via einer eigenen Konzertagentur, um später ins vereinigte Japan zu reisen und viel von der Welt zu sehen. Zurückgekehrt gründete ich 1982 nebst der bestehenden Konzertagentur eine Filmgesellschaft, die ich vier Jahre betrieb. 1984 folgte die Eröffnung einer Kunstgalerie. 1989 erste Gedichte in der Züricher Tageszeitung. 1990 erste Prosatexte in Nizza-Illustrierte. 1991 wurde meine erste Poesie in Französisch veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit Dr. Auguste Wackenheim (Herausgeber der elsässischen Dichtung), Adrien Finck, Tomi Ungerer, Caston Jung erschien mein erstes Buch (Gedicht-Band) `Revue Alsacienne De Littérature´. Danach arbeitete ich als Kameramann und Ideenfinder bei RTL, Rhein-Neckar-Fernsehen, Arte. Zahlreiche Veröffentlichungen von Satiren bei Radio Bremen, Lyrik im Tagesanzeiger Zürich, Nizza-Illustrierte usw. 1994 Eröffnung von Konzert International in Zürich und Strasbourg. Mein Hobby sind "Geschichten für Kinder" erzählen. |
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Nächte wie diese |
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In Vorbereitung:
Neue kleine Reihe Klaas Klaasens "Schlaf-schön-Geschichten" Band 1: "Muckli, der kleine Gorilla" |
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Bebbo-Bilderbücher
Band 1: "Ab in die Wüste" Band 2: "Auf die Plätze - Ballon und - los" |
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Der Dichter
Er saß in seinem kleinen Haus und blickte auf das Meer hinaus. Er saß ganz still und war allein mit seiner Flasche Carmelwein. Er dachte hin und dachte her, bis sich entwickelte die Mär, und aus seines Kopfs Gehäus - wie Athene einst aus Zeus - schien er mit eines Liedes Singen hier ein Märchen zu vollbringen. So kommen Simsam und Delile hier durch Carmelweines Spiele in des Dichters neue Richtung. Das ergab die erste Dichtung. Nun, ihr erratet es jetzt bald, es ist die Mär vom Carmelwald: Leseprobe: Simsam und Dileila - nach einer Idee von TBZ - Ein kleines Märchen mit Namen "Delila" hatte sich im Carmelwald auf der Spitze von Haifa verlaufen. Es war später Nachmittag, und Chanukka stand vor der Tür. Delila hatte ein schlechtes Gewissen. Warum nur hatte es nicht auf Simsam gehört? "Simsam", ein anderes Märchen, hatte es doch vor dem Wald oben auf dem Berg gewarnt. Simsam war ein Märchenjunge, der gerade mit Mühe und Not von seinem Dichter erfunden und als Buchheld zu Ende beschrieben worden war. Heimlich hatte sich das Delila-Märchen in Simsam verliebt. Es gab viele schöne Chanukkageschichten, das wusste das kleine Märchen, doch den Simsam hatte es besonders gern. Weil es Simsam nun wirklich liebgewonnen hatte, dachte sich Delila: "Ich mache mich auf den Weg und werde Simsam einen großen Kinderbuchverlag besorgen, sodass auch er wirklich unter all den vielen Chanukkaerzählungen wie ein neuer Stern am Himmel strahlt und kein Kind dieser Welt ihn übersehen kann." Der erste Stern am Himmel war aufgegangen, und der Wald war müde. Auch die Tiere waren verschwunden. Nur ein kleines Licht in der Ferne zeigte dem Delila-Märchen einen neuen Weg. Ohne nachzudenken folgte es diesem Licht. Die dunklen Wolken oben am Himmel tanzten malerisch umher und verwandelten sich fortwährend in bekannte Märchengesichter. Je näher Delila dem Licht kam, umso länger schien der Weg zu sein. Wie ein Kaugummi, der sich langziehen ließ, bog sich die Serpentinen hin zum Licht, dem das kleine Märchen entgegen wanderte. Ein Nachtvogel, der auf einem Ast saß und das Märchen vor einer vielleicht drohenden Gefahr hätte warnen wollen, verlor plötzlich seine Stimme. Aufgeregt schlug er mit den Flügeln, um das Märchen vor dem, was kommen würde, zu schützen. Aber das Delila sah nichts außer dem lockenden Licht und dachte an nichts anderes als an den Namen Simsam. Plötzlich aber stolperte Delila und sah direkt vor sich einen ziemlich großen Käfer auf dem Rücken liegen und mit allen Beinen in der Luft herumwedeln. "Hallo, Baruch ha schem!" sagte der "Ich bin Yitzhak aus der Familie der Cockrautsche. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben." "Ich habe keine Angst, wie kommst du auf so etwas?" fragte Delila beherzt und kniete sich hin zu der Riesen-fiesenschabe. "Was ist los mit dir?" "Ich komme nicht mehr von allein auf die Beine", sagte Yitzhak aus der Familie Cockrautsch. "Vielleicht hilfst du mir ein bisschen?" Delila gruselte sich vor dem Riesenkäfer, aber er tat ihr leid. Sie fasste ihn und drehte ihn um. "Oh, toda raba, vielen, vielen Dank," fistelte der Käfer erschöpft. "Kann ich etwas für dich tun, sozusagen als Gegenleistung?" "Vielleicht - ulai"! sagte Delila, "ich bin auf der Suche nach einem Märchenbuchverlag. Kennst du einen?" Yithak schüttelte seine vielzähligen Beine, um sie zu stärken. "Lo, nein, nicht direkt, aber ich wüsste jemand, der helfen könnte. Siehst du da vorne den Schatten?" "Ken, ja, ich sehe!" "Geh zu ihm, vielleicht kann er dir helfen, einen Weg zu finden. Wenn du mich mal brauchen solltest, dann denk das Wort 'Schalomachim'!" Das kleine Delila-Märchen wollte Yitzhak, dem Käfer noch danken, aber der war wie Cockrautsche es tun, einfach wie ein Windhauch vorbei geflitscht und im Dunkel verschwunden. Nach ein paar Schritten stand unser Delila-Märchen am See Kinereth und wunderte sich, wo der so plötzlich herkam und, umgeben von Zederhecken und Ausflugrestaurants, dalag wie ein Spiegel. Über den kam ein Kahn geglitten - gesteuert von einem sehr dünnen, klapperigen, schwarz gekleideten Mann - und verhielt vor Delila. "Schalom, sei gegrüßt, lieber Fährmann. Ich glaube, ich hab mich verlaufen. Kennst du den Weg zu einem Kinderbuchverlag?" Der Fährmann sprach kein einziges Wort, aber er winkte das Märchen zu sich und mit einer rasselnden Handbewegung lud er es ein, in sein Boot zu steigen. Das Märchen dachte: ´Er ist schon etwas gebrechlich, vielleicht hat er auch keine Zähne mehr und schämt sich, den Mund aufzumachen.` Der Fährmann nahm mit dem Ruder die Fahrt, und es begannen kleine farbenprächtige Lampions im Boot aufzuleuchten. "Das sind aber schöne Laternchen, soviel Chaschmal", flüsterte das kleine Märchen, ganz verzaubert vom Anblick dieser vielen bunten Lichter. Eine Laterne, schöner als die andere, schmückte das sonst schon recht verwitterte Boot." Darf ich eines davon haben? " fragte Delila schüchtern. "Es könnte mir in der Dunkelheit helfen, einen Weg zu finden." Da sah der Fährmann das Märchen ganz grimmig an und murmelte mit schwer verständlichen Worten: "Jedes Laternchen ist sein eigenes Schicksal. Würde ich dir eines schenken, könntest du nie mehr glücklich werden, weil du sein Schicksal auf dich nähmest." "Ich denke eher," erwiderte Delila, "du möchtest keines hergeben, weil du es mir nicht gönnst. Das finde ich nicht gut, sä lo tow!" Eine von Trauer erzwungene Träne begann, ihm die Wange hinunterzulaufen. Als der Fährmann das Märchen weinen sah, erfasste ihn Mitleid, und er fragte das Märchen, das seine leisen Worte kaum hörte: " Welches möchtest du denn haben, wenn ich mich von einem trennen würde?" "Das gelbe Laternchen gefiele mir schon sehr," sagte das kleine Märchen schluchzend. Der Fährmann sah das Märchen an und raunte: "Dann öffne die kleine Tür - petach tikwa - vom gelben Laternchen, geh hinein, und es gehört dir." Als Delila noch etwas zögernd die Tür vom gelben Laternchen öffnete, wurde ihr plötzlich ganz schwindelig, sodass sie einen Schritt in das Laternchen hinein machte und drinnen war. Ehe sie sich dessen versah, verließen durch die weit geöffnete Tür alle bisher darin befindlichen Chanukkageschichten ihr Zuhause, und das waren mehr, als Sterne am Himmel stehen.Jedes Märchen schien beim Herausschweben wie auf Kommando seine Geschichte erzählen zu wollen. Das unverständliche Gemurmel ihrer Stimmen hörte man noch einen Augenblick lang, bis sie im Nebel verschwanden … Aber unser Märchen Delila befand sich nun selbst und ganz allein in der nun wieder fest geschlossenen Laterne Es hatte die eigene Freiheit für die vielen eingesperrten Chanukkageschichten geopfert, die nun alle glücklich in den Büchern stehen und Kindern und Erwachsenen am Sederabend Freude schenken dürfen … Wird Delila das Glück haben, ihren Lampion verlassen können, um in der wieder gewonnenen Freiheit einen Verlag für Simsam zu finden? Nur so viel sei gesagt: Eine Fortsetzung dieser Geschichte vom kleinen Märchen Delila und ihrem Simsam ist so sicher, wie der Hund in der Pfanne verrückt wird oder wie der Affe auf dem Baum sein Brot findet. Euer Klaas Klaasen |
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© 2010 - M. & N. Boesche Verlag |
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