Klaas Klaasen

Dr. Jürgen Wagner

Schriftsteller, Musiker, Theologe

Dr. Jürgen Wagner wurde am 10.12.1957 in Neckarsulm (Baden-Württemberg) geboren. Die evangelische Jugendarbeit führte ihn zum Studium der evangelischen Theologie und Philosophie in Tübingen, Hamburg und Jerusalem (Dormitio). Neben dem Pfarramt schrieb er ab 1984 eine Dissertation über ‚Gelassenheit‘ bei Meister Eckhart und Martin Heidegger. Eine lange Ausbildung in der Zen-Meditation führte ihn u.a. in die Schweiz, nach Holland und in die USA. So gab er neben der Gemeindetätigkeit immer wieder auch eigene Einführungen in Theorie und Praxis der Meditation und engagierte sich im interreligiösen Dialog. Er war Mitbegründer des Uracher ‘Forums für Meditation und Mystik‘ zur Förderung mystischer Spiritualität in der Württembergischen Landeskirche.

Nach einer schweren inneren Krise 2006-08, die eine Fortführung des Pfarramtes nicht mehr erlaubte, nach Todes- und Erleuchtungserfahrungen begann er mit dem Schreiben poetischer Texte, mit Märcheninterpretationen in Zusammenarbeit mit Heidi Christa Heim und der Komposition eigener Lieder. Mit Tilly Boesche-Zacharow entstand eine ganze Reihe poetischer Koproduktionen und eine CD zu Ehren jüdischer Autoren im Exil. Seine Werke sind z.T. veröffentlicht auf seiner Homepage www.liederoase.de sowie auf www.literatpro.de. Er lebt heute als freier Autor und Musiker in Waiblingen.

 

In der neuen Lyrikserie unseres Verlages "Spiegelungen des Daseins" stellen wir hiermit den 1. Band vor
(zu Band 2 "Tag und Traum"):

Himmel und Erde - Hommage an das Leben
111 Seiten, Hardcover mit Umschlag
Edelausgabe / 19,80 €
ISBN 978-3-923809-99-8
Gedichte von Jürgen Wagner

Ob in der Weisheit alter Geschichten oder im Wunder der Liebe, ob in spirituellen Erfahrungen oder in den Weiten des Alls, überall begegnen sich oben und unten. Unsere gewohnte Alltagswelt bekommt etwas vom Glanz des Da-Seins wieder, wenn wir uns ein Stück dafür öffnen. Jürgen Wagners Gedichte zeigen eine Möglichkeit, die Festivität des Lebens neu zu finden.


"Himmel und Erde"

Himmel und Erde wollen erklingen
und unser Lied, das wollen wir singen
Sonne und Sterne, alle die Sphär'n'
schwingen mit Wäldern, Wiesen und Chör'n

Himmel und Erde, die sich verbinden
und unser Glück auch wir darin finden
Wolken und Regen, Wärme und Wind
Braucht jeder Baum, das Tier, das Kind

Himmel und Erde schaffen das Leben
Schwimmen und Laufen und alles Streben
Freuden und Schmerzen, Ende, Beginn
Schaffen den Wandel und einen Sinn

(Vertonung/Interpret: Dr. Jürgen Wagner)

"Inspiration"

Ein Ton ruft ins Leben
Der Klang will ins Sein
Ein Lied lässt mich beben
Ich lasse es ein

Ein Wort mag sich regen
Ein Satz gibt den Sinn
Ein Vers will bewegen
Ich schreibe ihn hin

Ich hab was gesehen
Vision will Gestalt
Das Bild mag entstehen
Ich male es bald

Ich war schon gestorben,
Da schlug er noch aus
Ich habs nicht erworben,
Der Stock trieb's hinaus

Doch heut mag ich's hegen
Es strömt mit Gewinn
Ein Bächlein im Segen
Das gluckst froh dahin

(Vertonung/Interpret: Dr. Jürgen Wagner)

"Schlaflied"

Die Welt, sie geht jetzt schlafen
Nun schlaf, mein Kind, auch du
Das Schifflein liegt im Hafen
Und schaukelt sich zur Ruh

Die Sonne ist versunken
Der Mond steigt leis hinauf
Die Stern am Himmel funkeln
Und haben ihren Lauf

Die Erde ist so stille
Der Himmel ach so weit
Es zirpt die kleine Grille
Ein Lied zur Träumerzeit

(Vertonung/Interpret: Dr. Jürgen Wagner)

Weitere Gedichte und Interpretationen

"Love Song"
(Tilly Boesche-Zacharow und Dr. Jürgen Wagner 2016)

I'm fallen in love with this righteous tree
Outside my window I can see
him dancing all day and during the night
He shows me gently his lightness and might
His branches sway in soft vibration
In my soul I feel an amalgamation

with you

I'm glad
and grateful
- and this is true -

that I can sway
and dance
and melt

with you


"Merseburger Zaubersprüche"
Der Text im Original:

Eiris sazun idisi sazun hera duoder
suma hapt heptidun sumaherilezidun sumaclu
bodun umbicuonio uuidi insprinc hapt
badun inuar uigandun.

Übersetzung der Zaubersprüche
(von Wolfgang Beck, Würzburg)

Einst saßen Idisi, saßen auf den Kriegerscharen.
Einige fesselten einen Gefangenen,
Einige hemmten die Heere,
Einige zertrennten scharfe Fesseln.
Entspringe den Fesseln, entfahre den Feinden!

(Vertonung/Interpret: Dr. Jürgen Wagner)

"The wind/ I heard the wind"
(Erschienen bei "Poem hunters" am 23.01.2017)

I heard the wind, I heard the earth
I heard the cries of a mother's birth
I heard the stream, I heard the leaves
I heard the bells of Christmas Eves
I heard the sea, I heard the fire,
I heard a song of an Irish lyre
I heard a rock, I heard a stone
I heard this everlasting tone

I heard the frogs, I heard the owl
I heard the hart, the wolf's howl
I heard the cars, I heard machines
I heard the news, I heard CD's
I heard despair, I heard delight
I heard an airplane's roaring flight
I heard the night, I heard the moon
I heard an everlasting tune

(Vertonung/Interpret: Dr. Jürgen Wagner)

"Am Morgen Fruo"
(Original von Walther von der Vogelweide;
Übersetzung aus dem Mittelhochdeutschen
von Jürgen Wagner; umgesetzt Anfang März 2017)

Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,
als lachten sie der leuchtenden Sonne entgegen
in einem Mai früh am Morgen
und die kleinen Vögel ihre schönsten Weisen singen
– welche Wonne ließe sich dem vergleichen?

Es ist wohl das halbe Himmelreich!
Sollen wir dennoch sagen, was dem gliche,
dann sage ich, was meinen Augen oft wohler getan hat,
und immer noch gut tun würde, wenn ich es sähe.

Eine schöne Frau von Adel und Reinheit,
gut gekleidet und geschmückt, die sich die Zeit
vertreibt unter Menschen,
hoch gesinnt, nicht allein, sich manchmal umsehend
Wie die Sonne steht sie gegen die Sterne.

Der Mai möge uns all seine Wunder bringen:
was ist da so Herrliches darunter
wie ihre bewundernswerte Erscheinung?
Wir lassen alle Blumen stehen
und schauen die wunderbare Frau an.

Wohl dann, wenn ihr die Wahrheit schauen wollt:
Gehen wir zum großen Fest des Mai,
der mit alle seinen Kräften gekommen ist!
Seht i h n an und seht schöne Frauen an,
welcher übertrifft den anderen?
Seht, ob ich das bessere Spiel gewählt habe!

Wenn mich einer dann heißen würde zu wählen,
welches ich für das andere aufgeben würde,
wie rasch wär'; meine Entscheidung gefallen!
Herr Mai, ihr müsstet schon der Märze sein,
bevor ich meine Dame da verlöre!

(Vertonung/Interpret: Dr. Jürgen Wagner)

Einige weitere Vertonungen

Tanz in der Nacht (Text: TBZ und JW)
Schalom Chaverim
Echo (Text: TBZ und JW)
LANDR-Rose, Rose Gitarre + Stimme
Befiehl Du deine Wege



© 2017 - M. & N. Boesche Verlag



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